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Tiefenlager für radioaktive Abfälle. Wo stehen wir bei der Standortsuche?

| Dossier: Tiefenlager

Eglisau befindet sich mit der Region Nördlich Lägern weiterhin im Verfahren bei der Standortsuche für ein Tiefenlager für radioaktive Abfälle.

Von den ursprünglich sechs vorgeschlagenen Regionen für ein Tiefenlager für radioaktive Abfälle befinden sich nach einem Einengungsprozess neben Nördlich Lägern noch zwei weitere Regionen in der dritten und letzten Etappe des Verfahrens: Jura Ost und Zürich Nordost. Mit dem Bau wird voraussichtlich 2045 begonnen. Heute liegt der radioaktive Abfall an der Oberfläche im Zwischenlager (ZWILAG) in Würenlingen. Entscheidet sich der Bundesrat auf Antrag der Nagra für den Standort Nördlich Lägern, dann würde der Eingang zum Tiefenlager in Stadel oder Weiach liegen.

Doch wo stehen wir heute im Prozess bei der Bestimmung des definitiven Lagerortes? 2008 hat der Bundesrat den Konzeptteil des Sachplans geologische Tiefenlager verabschiedet. Darin sind das Verfahren und die Kriterien festgelegt, nach denen die Standortauswahl durchgeführt wird. Neben dem Grundsatz, dass in der Schweiz entstandener Abfall auch in der Schweiz entsorgt werden muss, ist dabei auch die Regionale Partizipation festgeschrieben. Das bedeutet, dass die Bevölkerung in Regionalkonferenzen Vorschläge und Massnahmen ableiten kann, wie Oberflächenanlagen ausgestaltet werden, falls sich ihre Region als sicherster Standort erweist, und somit als Standort für ein Tiefenlager bestimmt wird. Die Regionalkonferenz Nördlich Lägern startete ihre Arbeit im Herbst 2011.

Seit letzten Dezember befinden wir uns in der dritten und letzten Etappe des Verfahrens. Von der Nagra liegen Vorschläge vor, wie die Oberflächeninfrastruktur für die möglichen Standorte Weiach und Stadel gebaut werden kann. Die Regionalkonferenz Nördlich Lägern prüft bis zum Frühling 2020 diese Vorschläge. Anschliessend wird sie eine vorläufige Stellungnahme abgeben. Als weiterer Schritt folgt dann die Ausarbeitung von Rahmenbewilligungsgesuchen für diese Anlagen durch die Nagra. Der Bundesratsentscheid für die definitive Standortwahl ist gegen 2030 zu erwarten. Er unterliegt dem fakultativen Referendum.

 

Weitere Informationen zur Regionalkonferenz auf https://regionalkonferenz-laegern.ch.

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